Sonntag, 15. Mai 2016

Gegen die Sprachverwirrung

La Gomera gehört zu Spanien, doch spanisch beherrsche ich überhaupt nicht. Wenn ich die Sprache höre, so ist es für mich ein singendes rollendes Konsonantenspiel. Zum Glück erkenne ich einiges sobald es geschrieben ist - hier kann ich mich orientieren. Da ist mir wieder aufgefallen, wie hilflos Nicht-Verstehen macht, wie wichtig Sprache ist.

Im Hafen des Örtchens Vueltas gibt es eine Café-Bar mit einem ungewöhnlichen Namen: Esperanto. Und da erinnere ich mich auf einmal an diese Kunstprache, die ich als Kind gelernt hatte.

Meine Lehrerin war eine ältere österreichische Frau, die als bekennende Kommunistin in den 1960-er Jahren aus Österreich geflohen und zusammen mit ihrem Mann nach Brasilien ausgewandert war; sie hat auf der Farm gelebt, wo meine Familie damals gewohnt hat. Frau Linz beherrschte Esperanto fließend, was mich beeindruckte. Die Idee des Esperanto hatte mich fasziniert: alle Menschen weltweit sollten sich verständigen können - ganz neutral, ohne jegliche politische Positionierung. Und diese Sprache sollte möglichst einfach aufgebaut und leicht zu lernen sein.

Heute findet übrigens zum 125. Geburtstag von Esperanto der 93. deutsche Esperanto-Kongress statt, in München! Ich bin sicher, dass sie Pfingsten nicht zufällig für ihr Zusammenkommen gewählt haben, das Fest mit den Feuerzungen.
Mit dem Pfingstwunder konnten die Jünger Jesu in allen Sprachen sprechen und alle Sprachen verstehen, der heilige Geist war auf sie gekommen.
Leider kann ich Esperanto nicht mehr, ich war dann doch mit Französich-, Deutsch-, Englisch- und Latein-Lernen beschäftigt gewesen, schade eigentlich.

Ein einvernehmliches und harmonisches Pfingstfest ohne Sprachverwirrung und Missverständnissen wünsche ich Ihnen!
Herzlich,
Ihre Ann Krombholz

P.S. Hier finden Sie eine Hörprobe für Esperanto:
https://www.youtube.com/watch?v=hOW7bbddovU

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