Samstag, 26. Mai 2012

Fangen Sie Feuer!

Neulich besuchte mich eine ehemalige Kundin; sie hatte nach vielen Jahren einer eher unzufriedenstellenden Anstellung ihre Berufung gefunden und sich vor einem Jahr selbstständig gemacht. Nun beriet sie Menschen bei der Überwindung von Angstmomenten.

Sie erzählte voller Begeisterung von ihrer Tätigkeit, sie war Feuer und Flamme. Es war faszinierend sie wieder zu sehen: derselbe Mensch und doch ein neuer, voller Ideen, voller Elan und Freude. Man spürte ihre Überzeugung - sie war beseelt von dem was sie tat.
Und sie erzielte große Erfolge: In kurzer Zeit hatte sie einen Kundenkreis aufgebaut, über Empfehlungen kamen die Menschen zu ihr - und die gefürchtete Akquise gelang ihr fast spielerisch, denn sie musste nur darüber sprechen, wovon sie vollends überzeugt war.

Sehr leicht konnte ich mir vorstellen, dass sie die Menschen überzeugte, dass der Funke ihrer Begeisterung auf ihr Gegenüber übersprang (an die Qualität ihrer Arbeit hatte ich sowieso keinen Zweifel, ich kannte sie als sehr gut qualifiziert, gewissenhaft und verantwortungsbewusst).

Kennen Sie Momente, in denen Sie voller Begeisterung sind? Ist es nicht ein wunderbares Gefühl: Lebendigkeit und Inspiration beflügeln unser Denken und Handeln und bereichern den Austausch, das Miteinander!

Und wenn ich dies so niederschreibe, so fasziniert mich noch etwas: Wie viele Worte unserer Sprache reich sind an Vielschichtigkeit und Bildhaftigkeit.
Jemand ist Feuer und Flamme und der Funke springt über. Er oder sie ist be-geist-ert, also vom Geist erfüllt, ist beseelt von einer Idee oder Sache. So werden wir schließlich beflügelt - und versetzen womöglich sogar Berge.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Pfingstfest, das Leben Ihrer Begeisterung und viele funkensprühende Momente.

Samstag, 19. Mai 2012

Darum bewundere ich Fußballer und Fans

Heute ist Champions-League-Finale - in zwei Stunden ist Anpfiff hier in München. Ursprünglich wollte ich (natürlich) nicht darüber schreiben, aber eben war ich in der Stadt und da kann man sich dem nicht entziehen! Welche Mannschaft wird gewinnen? Wer bekommt den Pokal?

Heute Morgen hörte ich im Radio einen Bericht über das anstehende Spiel: 180.000 Menschen kommen heute nach München, allein 100.000 werden aller Voraussicht nach auf der Theresienwiese das Spiel auf der Leinwand verfolgen. in 200 Ländern wird das Spiel live übertragen, 300 Millionen Menschen sitzen dann weltweit vor den Fernsehern.
Möchten Sie da einer der Protagonisten sein? Was für eine Anspannung muss es für die Spieler bedeuten?

Was mich dabei fasziniert, ist die Größe und Leidenschaft der Emotionen bei den Spielenden, den Fans und allen Zuschauenden: Es geht um alles! Welche Freude, wenn das Spiel gewonnen ist - aber auch welche Trauer und Enttäuschung, wenn der Gegner den Sieg mitnimmt. (Gut kann ich mich heute noch an meine Enttäuschung bei der WM 2006 erinnern, als Deutschland gegen Italien verloren hat.) Das Erstaunlichste dabei: Schon bald geht es wieder weiter: neues Spiel, neuer Versuch, neues Glück!

Gewinnen und Verlieren sind so nah beieinander: Gestern gewonnen, heute verloren - oder andersherum: gestern verloren, heute gewonnen.
Und darum bewundere ich Fußballer: Dass dieses herbe Gefühl, das das Verlieren eines Spieles bedeutet, zwar sicherlich tiefe Enttäuschung mit sich bringt, dass sie aber beim nächsten Mal wieder auf dem Platz sind und noch Mal alles geben, den Sieg zu erringen - mit dem Risiko, es auch dieses Mal nicht zu schaffen.
Übrigens auch bei den Fans: immer wieder auf ein Neues.

Ist es nicht geschickt, sich anstecken zu lassen von der inneren Haltung, es zu versuchen, aber im Fall des Falles nicht aufzugeben, sondern aufzustehen und nochmals anzutreten?
Da denke ich an das Zitat von Paul McCartney:
"In diesem Leben ist jeder mutig, der nicht aufgibt."

Wir dürfen sicher sein, "unsere Jungs" werden nicht aufgeben - es geht weiter. Jetzt aber zittern wir mit: Finale dahoam. :-)

Samstag, 12. Mai 2012

Vereinbarkeit von Familie und Beruf lohnt sich

Familienfreundlichkeit von Unternehmen zahlt sich aus; das wurde nun (nochmals) von höchster Instanz bestätigt.
 Am 2. Mai 2012 zeichneten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder die Sieger des Unternehmenswettbewerbs "Erfolgsfaktor Familie 2012" aus.

Betriebswirtschaftliche Effekte familien-
bewusster Maßnahmen
Neun deutsche Unternehmen wurden gekürt, die auf besonders innovative und kreative Weise ihre Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Beruf und Pflege unterstützen. Aus München ist dies die Siemens AG, unter den Endrundenteilnehmern sind die ConSol* Software GmbH und Joh. Winklhofer Beteiligungs GmbH & Co. KG.

Was ist eine familienfreundliche Personalführung? Folgende Kriterien wurden dem Wettbewerb zugrunde gelegt:
  • Familienbewusste Arbeitszeiten (Teilzeitmodelle, flexible Arbeitszeiten, Sabbatical, Vertrauensarbeitszeit, Abstimmung der Arbeitszeit mit den Interessen der Mitarbeitenden)
  • Flexible Arbeitsorte (Home-office)
  • Elternzeit (Wie ist der Wiedereinstieg geregelt? Werden Mütter und Väter während der Elternzeit durch Fortbildung gefördert?)
  •  Kinderbetreuung (unternehmensinterne Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Öffnungszeit der Kita, Unterstützung im Krankheitsfall des Kindes, Mitbringen der Kinder möglich)
  • Beruf und Pflege (Rücksichtnahme von Mitarbeitenden, die Angehörige pflegen)
  • Familienservice (Transportdienste für Kinder, Lebensmittellieferung, Wasch- und Bügelservice, Kinderbetreuung im Krankheitsfall, ...)
  • Beratung (Informations- und Beratungsangebote zu den Themen Familie und Pflege, wie Elternfortbildungen, Pflege, ...)
Das Bundesministerium betont, dass sich Familienfreundlichkeit mit folgenden Werttreibern sowohl für kleinere und mittlere sowie für Konzerne rentiert:
  • einfachere Rekrutierung
  • geringere Fluktuation = geringere Wiederbeschaffungskosten
  • geringere Kosten der Elternzeit (Überbrückung, Wiedereingliederung)
  • besseres Betriebsklima, höhere Motivation und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten
  • weniger Fehlzeiten (geringerer Krankenstand, kürzere Elternzeiten)
  • erhöhte Produktivität
Einige Zahlen im Detail:
Unternehmen mit familienfreundlichen Maßnahmen weisen eine um 17% höhere Mitarbeiterproduktivität auf. Dieser Mehrwert lässt sich unter anderem zurückführen auf eine um 17% höhere Motivation der Beschäftigten, 13% geringere Fehlzeiten und eine um 17% höhere Bindung von Fachkräften. Damit gelingt es familienbewussten Unternehmen, ihre Kunden langfristiger an sich binden (12%).

Die Möglichkeiten für eine familienbewusste Personalpolitik sind vielfältig und reichen über die Einrichtung von flexiblen Arbeitszeiten und Telearbeitsplätzen bis hin zur betrieblichen Kinderbetreuung.

Zu dem Themengebiet Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es viele regionale, lokale oder auch bundesweite Initiativen und Projekte. Hier eine Linkliste für mehr Information:

Sonntag, 6. Mai 2012

Tanz in den Mai - heute himmlisch

Foto: Marek Szczepanek
Meine Freundin kam von ihrer Reise aus Norddeutschland mit strahlendem Gesicht zurück: sie hatte
ein himmlisches Schauspiel erlebt, das sie richtig gehend beglückt hat. Als sie bei einer Wanderung, im Gespräch vertieft, den Blick kurz nach oben richtete, sah sie ein Wunder: Ein Schwarm Stare führte am dunkelblauen Himmel über ihr einen Tanz auf. Freudestrahlend erzählte sie von mehreren Minuten des Staunens und Schweigens - und danach eine große Freude und Leichtigkeit, die die kleine Wandergruppe ergriffen hatte.

Sie hat das Gesehene nicht gefilmt, aber im Internet haben wir andere schöne Beispiele gefunden. Ich spiele Ihnen einen schönen Film ein: Den Tanz in den Frühling ganz anderer Art.

Und wir können drei Dinge daraus lernen :-)
  1. Wunder passieren manchmal direkt vor unseren Augen.
  2. Die Natur ist wunderschön.
  3. Alle Sinne offen halten. Denn manchmal kommt das Glück zu uns, ohne dass wir etwas dafür tun müssen - außer es erkennen.

Samstag, 28. April 2012

Machen Sie's doch 'mal anders

Ben Howard im Konzert am 22.04., Muffathalle
Gewohnheiten sind ja gut... aber manchmal durchaus hinderlich. Oft ist es ja so, dass wir Dinge tun, ohne mehr darüber nachzudenken, warum wir es so und nicht anders machen. Dann kann es passieren, dass wir immer wieder das selbe (oder ähnliche) Ergebnis erzielen.

Kennen Sie das? Wir greifen immer wieder auf Handlungsweisen zurück, die wir kennen und sind erstaunt, dass nichts geschieht, nichts Neues. Dummerweise kann es dann auch passieren, dass wir sogar zu der Überzeugung kommen, man könne die Dinge nur in dieser einen Art und Weise ausführen. Und wenn wir es gar weiter treiben, so engen wir nicht nur unser Handlungsspektrum damit ein, sondern sogar unser Denken: Wir können uns etwas gar nicht mehr anders vorstellen.

Blöderweise - und das muss ich so hart sagen - können wir aber damit in Momenten, die eine andere Herangehensweise von uns erfordern würden, weil eine andersartige Situation Neues von uns verlangt, nicht mehr auf unser gesamtes Spektrum der Möglichkeiten zurück greifen. Und so geraten wir in die Sackgasse.

Im Coaching z.B. ist es ein Teil unserer Arbeit, diese eingeschliffenen Sicht- und Handlungsweisen zu hinterfragen, neue Wege zu erkennen und zu gehen.

Am Sonntag war ich im Konzert von Ben Howard. Er spielt die Gitarre manchmal "quer" - und es kommt Tolles, Vielfältiges, Ungewöhnliches, Schönes dabei heraus. Würde hier eine/r auf die Idee kommen und sagen: Also, so kann man das doch nicht machen!
Eine Kostprobe aus einem anderen Konzert stelle ich Ihnen hier ins Netz.
Versuchen Sie's doch auch 'mal anders.

Samstag, 21. April 2012

Es geht um Qualifikationen! Was wir von anonymisierten Verfahren lernen


Eine vorerst abgeschlossene Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt: Frauen und Migranten werden im Bewerbungsprozess diskriminiert und seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Der Link zur Studie: Pilotprojekt "Anonymisiertes Bewerbungsverfahren"


Samstag, 14. April 2012

Das Ding mit der richtigen Einstellung

Was der moderne Arbeitnehmer braucht, ist die richtige Einstellung. Denn wenn er im "Flow" ist, also in seiner Arbeit aufgeht, sich mit der Firma und seiner Aufgabe identifiziert, dann macht ihm die Arbeit im besten Fall so viel Spaß, dass er gar nicht mehr damit aufhört. (Zum ganzen Artikel in der Süddeutschen Zeitung... )

Der neue Film "Work Hard, Play Hard" erkundet die Zukunft der Arbeit: Es sind subtile Taktiken der Ausbeutung, die Carmen Losmann in ihrem Dokumentarfilm analysiert.


 Zwei Mal schon haben wir versucht, in den Film zu gehen, aber er ist ausverkauft, nicht einmal Vorreservieren ging mehr. Der Andrang scheint groß zu sein. (Arena-Kino, München)

So viel ist auch jetzt schon klar: Entscheiden Sie lieber selber, welche Einstellung Sie haben möchten. Bevor Ihnen jemand anderes ein Angebot macht, das ausgeklügelt in sein System passt.